Blog-Beitrag

Deutsches Schulbarometer 2024

Robert Bosch Stiftung

Prof. Dr. Nina Jude, Prof. Dr. Uta Klusmann, Fatmana Selcik, Angelika Sichma, Prof. Dr. Dirk Richter, Dr. Dagmar Wolf

Quelle: Robert Bosch Stiftung (2024). Deutsches Schulbarometer: Befragung Lehrkräfte.

Ergebnisse zur aktuellen Lage an allgemein- und berufsbildenden Schulen. Robert Bosch Stiftung.

 

“Das Deutsche Schulbarometer ist eine repräsentative längsschnittliche Panelstudie, die ein Schlaglicht auf die aktuelle Situation von Lehrkräften wirft. In der Befragung aus dem November 2023 berichtet fast jede zweite Lehrkraft von Problemen mit psychischer oder physischer Gewalt unter Schüler:innen an der eigenen Schule. Die Befragung zeigt auch, dass Gewalt an der eigenen Schule das Burnout- und Stressrisiko von Lehrkräften deutlich erhöht. Mehr als ein Drittel fühlt sich mehrmals pro Woche emotional erschöpft, vor allem jüngere und weibliche Lehrkräfte sowie Grundschullehrer:innen sind betroffen. Obwohl die große Mehrheit der Lehrkräfte mit ihrem Beruf zufrieden ist, würde mehr als ein Viertel den Schuldienst verlassen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten (Robert Bosch Stiftung, 2024, Verfügbar unter https://www.bosch-stiftung.de/de/publikation/deutsches-schulbarometer-befragung-lehrkraefte-2024, letzter Aufruf am 09. Mai 2024).”

Informationen zur Befragung

Die Befragung wurde im Zeitraum 13.11. bis 03.12.2023 unter 1.608 Lehrkräften an allgemein- und berufsbildenden Schulen durchgeführt, wobei es sich um eine Zufallsstichprobe handelt. Die Befragung wurde von der forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analyse mbH durchgeführt. 

 

Befragt wurden Personen aus folgenden Schulformen und mit folgenden Merkmalen:

 

  • 18,5% Lehrkräfte an Grundschulen,
  • 31,0% Lehrkräfte an Haupt-, Real- und Gesamtschulen,
  • 25% Lehrkräfte an Gymnasien,
  • 7,8% Lehrkräfte an Förder- und Sonderschulen,
  • 15,9% Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen,
  • 19,4% Quer- und SeiteneinsteigerInnen, 
  • 8,5% (stellvertretende) SchulleiterInnen, 
  • 59,7% weiblich,
  • Durchschnittsalter = 51,7 Jahre

Vorwort zum Beitrag

Aus Sicht einer Lehrkraft sind die repräsentativen Ergebnisse sehr spannend zu betrachten und spiegeln die subjektiven Wahrnehmungen und Empfindungen der KollegInnen wieder. Dieser Beitrag stellt ausgewählte gewonnene Erkenntnisse des Schulbarometers 2024 dar und wird durch unsere subjektiven Wahrnehmungen und die Erfahrungen aus unserem eigenen Schul- und Arbeitsalltag ergänzt. Da das Team von teachersxplore selbst aus Lehrkräften besteht, möchten wir gerne die Ergebnisse aus unserer Sicht kommentieren. Dieser Beitrag über unsere Erfahrungen als LehrerInnen in Zusammenhang mit den dargestellten Ergebnissen kann sehr gerne als Diskussionsgrundlage dienen. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wissen um die multiperspektivischen Deutungen von Wahrnehmungen und Empfindungen. 

 

Um unsere Sicht auf die Dinge besser einordnen zu können, möchten wir vorab sagen, dass wir selbst zwischen 30-40 Jahre jung sind, zusammen über 30 Jahre Berufserfahrung vorweisen können und an Grundschulen, Integrierten Sekundarschulen und Gymnasien gearbeitet haben bzw. es aktuell tun. 

 

Und nun, los geht´s! Viel Spaß.

Die größten Herausforderungen
von Lehrkräften

Schulbaromter:

Was sind die größten Herausforderungen der Lehrkräfte?

35% aller Befragten geben an, dass sie Auffälligkeiten beim Verhalten von SchülerInnen beobachten.

Hiervon betroffen sind in erster Linie das Sozialverhalten (20%), mangelnde Motivation und der Lernwille (9%), psychische Probleme / Belastungen (5%) und Konzentrationsprobleme (4%). Vor allem Personen an den beruflichen Schulen und an den Haupt-, Real- und Gesamtschulen sind hiervon stark betroffen (Deutsches Schulbarometer, vgl. S. 15).

Quelle: Robert Bosch Stiftung (2024). Deutsches Schulbarometer: Befragung Lehrkräfte.

Ergebnisse zur aktuellen Lage an allgemein- und berufsbildenden Schulen. Robert Bosch Stiftung. Seite 14.

 

teachersxplore:

Auch wir beobachten in unserem Arbeitsalltag, dass SchülerInnen sozial auffälliger geworden sind. Oftmals fehlt es an Empathie und Einfühlungsvermögen. Klassengemeinschaften und Kameradschaftlichkeit sind oftmals nicht vorhanden oder nur in einzelnen Gruppen zu erkennen. Was uns ebenfalls sehr bewegt, sind Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen. Diese Einzelschicksale werden oft an uns als Klassenleitungen herangetragen. 

 

Im Zeitalter von Inklusion und heterogenen Klassen, stellt dieses Thema viele von uns ebenfalls vor großen Herausforderungen. Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Klasse mit 24 SchülerInnen, wovon zwei Kinder den Status “Lernen”, ein Kind den Status “geistige Entwicklung” und ein weiteres Kind den Status “emotionale-soziale Entwicklung” aufweist. Ebenfalls kommen SchülerInnen mit einer Lese-Rechtschreibstörung und Dyskalkulie hinzu. Ein sehr herausforderndes Umfeld für Lernende und Lehrende.

 

In Verbindung mit der Herausforderung der Arbeitsbelastung und des Zeitmangels sehr verständlich, dass man keinen perfekten Unterricht vorbereiten kann, oder? Stell dir einmal vor, du müsstest 26 Unterrichtsstunden (Vollzeit, Berlin, Gymnasium) für Klassen vorbereiten, die so heterogen zusammengesetzt sind, wie die hier erwähnte Beispielklasse. 

Die dringendsten
Bedarfe an Schulen

Schulbaromter:

Welche Änderungen wünschen sich Lehrkräfte an ihren Schulen? 

41% geben an, dass sie sich mehr Personal an ihrer Schule wünschen. 35% sehen einen dringenden Handlungsbedarf bei der Sanierung, Renovierung und Investitionen. 21% wünschen sich kleinere Klassen und 17% sehnen sich nach besseren Arbeitsbedingungen.

Quelle: Robert Bosch Stiftung (2024). Deutsches Schulbarometer: Befragung Lehrkräfte.

Ergebnisse zur aktuellen Lage an allgemein- und berufsbildenden Schulen. Robert Bosch Stiftung. Seite 18.

 

teachersxplore:

Mehr Personal wünschen sich wahrscheinlich alle Schulleitungen. Doch woher sollen die Lehrkräfte im Zeitalter von LehrerInnen-Mangel kommen? So schreibt das Deutsche Schulportal bspw. auf ihrer Internetseite, dass die Zahl der SchülerInnen stärker steigen wird als angenommen und das bis zum Jahr 2035 rund 68.000 Lehrkräfte fehlen werden. Zeitgleich steigt die Zahl der LehrerInnen in Teilzeit auf 42,3% (2022/23, im Vorjahr 40,6%). Entspannung zeigt sich scheinbar nur im Grundschulbereich (Deutsches Schulportal der Robert Bosch Stiftung, F. Anders, April 2024, Verfügbar unter https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/lehrermangel-bleibt-bundesweit-ein-problem/).

 

Die Beobachtung, dass viele LehrerInnen teilzeitbeschäftigt sind bzw. Unterrichtsstunden reduzieren, können wir teilen. In Gesprächen werden Gründe wie zum Beispiel die steigende Arbeitsbelastung durch Mehrarbeit, das Pflegen um Familienmitglieder, zu viel Stress oder die eigenen Kinder genannt. 

 

Die Sanierung von Schulen schreitet voran, wurde aber unserer Meinung nach viel zu lange vernachlässigt. Würdest du dich zwischen Staubschichten, abblätternder Wandfarbe und Wasserflecken wohlfühlen? Das ist keine angenehme Umgebung, um zu lernen und zu lehren. Nicht für SchülerInnen und auch nicht für LehrerInnen. In einer Schule sollte eine angemessene Lernatmosphäre herrschen, denn Schule ist wie ein zweites zu Hause und da haben wir es doch alle gemütlich und schön, oder?

Einstellung zu Inklusion

Schulbaromter:

Welche Einstellung haben Lehrkräfte zu Inklusion?

Inklusion und der Regelbetrieb an den Schulen scheint ein heikles Thema zu sein, denn “drei Viertel der Lehrkräfte (74 %) sind der Meinung, dass eine inklusive Beschulung den Unterricht für alle SchülerInnen eher nicht oder überhaupt nicht verbessert. Umgekehrt ist ein Viertel der Lehrkräfte (26 %) der Meinung, dass eine inklusive Beschulung den Unterricht für alle SchülerInnen verbessert. Der zweiten Aussage, dass eine inklusive Beschulung auch sehr unterschiedliche SchülerInnen ihren Möglichkeiten entsprechend fördert, stimmen 43 % der Lehrkräfte zu. Als gewinnbringend für alle Schülerinnen und Schüler sehen knapp die Hälfte der Lehrkräfte (45 %) eine inklusive Beschulung an (Deutsches Schulbarometer, vgl. S. 27).” 

Quelle: Robert Bosch Stiftung (2024). Deutsches Schulbarometer: Befragung Lehrkräfte.

Ergebnisse zur aktuellen Lage an allgemein- und berufsbildenden Schulen. Robert Bosch Stiftung. Seite 27.

 

teachersxplore:

Inklusion ja, aber wie? Unser Eindruck von Inklusion ist, dass SchülerInnen nicht die Förderung bekommen, die sie eigentlich bräuchten. Somit leidet die Qualität des Unterrichts und man selbst ist darüber verärgert und frustriert. Ebenfalls erfordern heterogene Klassen viel mehr Zeit und Aufwand, um Unterricht vorzubereiten und den SchülerInnen gerecht zu werden. Und wir haben anfangs das Problem des Zeitmangels beleuchtet. Wir sind uns einig, dass uns das Thema Inklusion aktuell noch sehr überfordert und uns eher belastet als das es den SchülerInnen unter diesen Umständen hilft. 

Emotionale Erschöpfung
und Zynismus

Schulbaromter:

Emotionale Erschöpfung und Zynismus der Lehrkräfte und Schulleitungen

“Je jünger die Lehrkräfte, desto häufiger berichten sie von Erschöpfung und Zynismus. Auch geben Frauen höhere Werte in der Erschöpfung an, wohingegen sie seltener Zynismus erlebten. Ein Unterschied nach Funktion der weiblichen Lehrkraft – als Lehrperson oder Schulleitung – besteht nicht. Nach Schulform getrennt zeigten die Lehrkräfte an Grundschulen eine höhere Erschöpfung auf. Unsere Ergebnisse zeigen, dass auch nach Kontrolle von Geschlecht die Erschöpfungssymptome bei Lehrpersonen an Grundschulen höher sind. Das bedeutet, dass andere Faktoren als das Geschlecht eine Rolle bei der Erschöpfung von Grundschullehrkräften spielen. Lehrkräfte, die durch einen Quer- oder Seiteneinstieg in den Lehrberuf eingetreten sind, zeigten geringere Erschöpfungswerte als Lehrkräfte mit einer traditionellen Lehramtsausbildung (Deutsches Schulbarometer, vgl. S. 42). Insgesamt zeigt sich eine häufig auftretende emotionale Erschöpfung insbesondere unter Frauen und in Grundschulen. Die emotionale Erschöpfung unter allen Lehrkräften ist auch höher als internationale Vergleichswerte (vgl. ebd.). Besonders relevant erscheint, dass 12 % der Lehrkräfte angaben, dass sie täglich Symptome der Erschöpfung erleben (Deutsches Schulbarometer, vgl. S. 44).”

Quelle: Robert Bosch Stiftung (2024). Deutsches Schulbarometer: Befragung Lehrkräfte.

Ergebnisse zur aktuellen Lage an allgemein- und berufsbildenden Schulen. Robert Bosch Stiftung. Seite 42.

 

Quelle: Robert Bosch Stiftung (2024). Deutsches Schulbarometer: Befragung Lehrkräfte.

Ergebnisse zur aktuellen Lage an allgemein- und berufsbildenden Schulen. Robert Bosch Stiftung. Seite 43.

 

teachersxplore:

Bei diesem Thema waren wir uns sehr schnell einig. Auch wir fühlen uns mehrmals die Woche erschöpft, ausgelaugt, müde und frustriert. In unseren Funktionen als FachlehrerIn, stellvertretende Schulleitung, Fachleitung und Klassenleitung wissen wir oft nicht, wo uns der Kopf steht. Es gibt Tage, da fungieren wir viel mehr als SekretärIn, SeelsorgerIn, OrganisatorIn, Mama & Papa Ersatz oder DompteurIn. Es ist unumstritten, die Arbeitsbelastung ist enorm und da helfen auch keine Aussagen von Bekannten, wie: “Ihr habt ja nur Ferien”. Schon mal das Abitur oder Leistungskurs-Klausuren korrigiert oder mündliche Abiturprüfungen erstellt? Nein, dann lädt dich bestimmt jede Lehrkraft zu einem Praktikum ein. Ein weiteres Ergebnis des Schulbarometers zeigt außerdem, dass 27% der Lehrkräfte sich vorstellen könnten, den Beruf zu wechseln (Deutsches Schulbarometer, vgl. S. 44). Wir finden, das zeigt deutlich, wie groß der Wunsch nach Veränderung ist. Der Beruf hat eigentlich sehr positive und schöne Seiten, jedoch werden diese Seiten Stück für Stück verdrängt und das sehr häufig auf Kosten der eigenen Gesundheit. 

Zukunftskompetenzen
von Schüler:innen

Schulbaromter:

“Mehr als zwei Drittel (68 %) aller Lehrkräfte sehen soziale Kompetenzen sowie Selbstkompetenzen als die wichtigsten Kompetenzen und Fähigkeiten für die Zukunft an. Wir haben uns die Antworten der Lehrkräfte genauer angeschaut und in folgende Unterkategorien zusammengefasst: Fast ein Drittel der Lehrkräfte (31 %) sieht Sozialkompetenz und Empathie also eine gegenseitige Rücksichtnahme sowie ein friedlicher und freundlicher Umgang untereinander als wichtige Fähigkeiten, die sie den Schüler:innen heute vermitteln wollen. Insbesondere Lehrkräfte an Grundschulen (39 %), in den nördlichen Bundesländern (37 %) und in Bayern (36 %) möchten dies ihren Schüler:innen vermitteln. Jede fünfte Lehrkraft (20 %) denkt, dass heute Selbstständigkeit und Eigenverantwortung in der Schule vermittelt werden sollten. Das sagen häufiger Schulleitungen (27 %), Lehrkräfte an Schulen in sozial privilegierter Lage (27 %) sowie an Grundschulen (26 %) und in Klassen mit einer durchschnittlichen Klassenstärke von mehr als 30 Schüler:innen. Weiterhin nennen 16 % aller Lehrkräfte als wichtige Fähigkeiten Selbstbewusstsein und -vertrauen der Schüler:innen sowie Kollaboration und Teamfähigkeit (12 %). Auch Selbstkompetenzen, wie Anpassungsfähigkeit, Frustrationstoleranz und Resilienz, schätzen die Lehrkräfte als wichtig für die Zukunft ein. Nachfolgend wird von fast jeder zweiten Lehrkraft (47 %) schulische Kompetenzen und Wissen als wichtige Fähigkeit für die Zukunft genannt. Darunter sehen sie Lesen und Schreiben (17 %), mediale und digitale Kompetenzen (12 %) sowie die Fähigkeit zum lebenslangen Lernen (10 %). Für ein Drittel der Lehrkräfte (31 %) gehört kognitive Fähigkeiten zu den wichtigsten zu vermittelnden Kompetenzen und Fähigkeiten. Hier werden von den Lehrkräften kritisches Denken und die Fähigkeit, eine eigene Meinung zu entwickeln (18 %), Problemlösekompetenzen (9 %), Kommunikation (8 %) und Kreativität (3 %) genannt. Ebenso ist auch die Vermittlung von gesellschaftlichen Werten für fast ein Drittel der Lehrkräfte (31 %) sehr wichtig. Dabei nennen sie explizit Toleranz (11 %) und Respekt (10 %) als bedeutende zukünftige Kompetenzen. Auch ihre Schüler:innen auf dem Weg zu mündigen Bürger:innen (8 %) zu begleiten, erachten die Lehrkräfte als relevant. Unter der Vermittlung von gesellschaftlichen Werten, äußern 6 % der Lehrkräfte auch explizit die Fähigkeit und das Verständnis für unsere Demokratie (Deutsches Schulbarometer, vgl. S. 71).”

Quelle: Robert Bosch Stiftung (2024). Deutsches Schulbarometer: Befragung Lehrkräfte.

Ergebnisse zur aktuellen Lage an allgemein- und berufsbildenden Schulen. Robert Bosch Stiftung. Seite 70.

 

teachersxplore:

Bei dieser Thematik haben wir viel diskutiert und uns ausgetauscht. Im Kern sind wir der Frage nachgegangen, welche weiteren Unterrichtsfächer und Kompetenzen benötigen SchülerInnen für die Gegenwart und Zukunft. Hinter dieser Frage verbirgt sich gleichzeitig die Frage nach den Fähigkeiten und Schlüsselqualifikationen von Lehrkräften, da viele Themen nicht zur aktuellen Ausbildung gehören. Das WDR schrieb im August 2023 (https://www1.wdr.de/kugelzwei/gedankenspiele/schulfach-glueck-finanzen-medienkunde-kochen-100.html), dass folgende 8 Schulfächer durchaus Sinn ergeben würden: Finanzen, Medienkunde, Glück, Nachhaltigkeit/Klima, Mentale Gesundheit, Kochen und Ernährung, DIY und Lebenskunde. Wir sind ebenfalls der Meinung, dass vor allem im Zeitalter von künstlicher Intelligenz (KI), Blockchain und GAFAM-Unternehmen (Google, Apple, Meta, Amazon, Microsoft) es notwendig ist, weitere relevante Unterrichtsfächer bzw. externe Angebote zu schaffen, die Lehrkräfte fortbilden, um sie den SchülerInnen zugänglich zu machen. 

Handlungsempfehlungen

Schulbaromter:

„Im Vergleich mit internationalen Erhebungen sind unsere Lehrkräfte noch zu sehr auf sich selbst fokussiert. Dass aktive Netzwerkarbeit in vielfältiger Weise Schulentwicklung befördert, ist inzwischen wissenschaftlich anerkannt. Im internationalen Vergleich schätzen sich die deutschen Lehrkräfte hier sowohl kollegial als auch im Hinblick auf Schüler:innen und Eltern deutlich zurückhaltender ein.“ (Dr. Dagmar Wolf, Bereichsleitung Bildung der Robert Bosch Stiftung)

 

“Die Ergebnisse zeigen die dramatischen Auswirkungen der Bildungskrise in den Schulen. Wenn wir an der Verbesserung der Unterrichtsqualität ansetzen und damit den unterschiedlichen Bedürfnissen aller Lernenden gerecht werden, kann es uns gelingen, eine Positivspirale für ein inklusives und damit demokratisches Schulsystem für alle Akteur:innen in Gang zu setzen.” (Deutsches Schulbarometer, vgl. S. 77)

 

  1. Haltung ändern – Wir leben in einer super diversen Gesellschaft!
  2. Vision entwickeln: Wir müssen das Erreichen der Regelstandards sichern!
  3. Unterrichtsqualität verbessern: Wir brauchen systematische Fortbildungen und eine positive Feedbackkultur!

Deutsches Schulbarometer, vgl. S. 75/76

 

teachersxplore:

Wir sehen im Berufsalltag, dass Schule aus Selektion, Homogenität und Wettbewerb besteht. In Zeiten von Sprach- und Willkommensklassen ist es umso wichtiger, Konzepte zu entwickeln, welche die Inklusion und Heterogenität berücksichtigen und im Schulleben integrieren. Da die soziale Herkunft immer noch einen sehr großen Einfluss auf den Bildungsweg hat und die PISA-Ergebnisse nicht besser werden, muss der inklusive Gedanke berücksichtigt werden. Hierfür gilt es Strukturen an den Schulen zu schaffen, Lehrkräfte zu qualifizieren und SchülerInnen individuell zu fördern und zu stärken.

 

Fehlen Grundlagen, so wird es sehr schwer beim Übergang in die Oberschule. Das Problem ist ebenfalls der große Personalmangel an den Grundschulen. Aus Sicht eines Oberschullehrers, welcher jedes Jahr Leistungskurse unterrichtet: die Grammatik und Rechtschreibung ist auch bei den AbiturientInnen größtenteils schlecht ausgeprägt. Hier fehlt es eindeutig an soliden Grundlagen in diesem Bereich. So empfiehlt das Schulbarometer, dass wir einen ausreichenden Personalschlüssel, genügend und gut ausgestattete Räume und gute Förderangebote an den Grundschulen benötigen (Deutsches Schulbarometer, vgl. S. 76). Wir sind ebenfalls der Meinung, dass gefestigte und weitreichende Grundlagen benötigt werden, um die schulischen Anforderungen auf der Oberschule zu meistern.

 

Inklusiver und digitaler Unterricht fällt nicht einfach so vom Himmel, kann von Lehrkräfte nicht einfach so umgesetzt werden. Hierzu benötigt es aufeinander aufbauende Fortbildungen für Lehrkräfte. Oftmals sehen sich Lehrer und Lehrerinnen als “Einzelkämpfer”, wollen keine Materialien teilen  oder sind froh, wenn sie schnell wieder die Schule verlassen können. Der Fokus liegt meist sehr bei einem selbst. Doch die aktive Netzwerkarbeit und Zusammenarbeit in der Schule und darüber hinaus bringt positive Synergieeffekte hervor. Auch hier sollten wir uns kollegial öffnen, um den Unterricht weiterzuentwickeln. 

Das Deutsche Schulbarometer – hier geht es zur gesamten Befragung der Robert Bosch Stiftung.

Danke für
deine Zeit