Blog-Beitrag

Digitale Schule 2.0

Die Schule und der Unterricht in der Zukunft - Schule 2.0

Prof. Gérald Bronner unterrichtet am Lehrstuhl für Soziologie an den Pariser Universitäten Sorbonne und Diderot. 2022 wurde er von Emmanuel Macron zum Direktor der Forschungskommission über das digitale Zeitalter berufen. In seinem Buch „Kognitive Apokalypse“ spricht er über Zusammenspiel von unserem Gehirn und der digitalen Welt.

Seine Forderung: Wir müssen es neu lernen, die Dinge kritisch zu hinterfragen. Doch was hat seine Aussage mit Schule zu tun?

 

Deutschland hat Nachholbedarf bei der Digitalisierung von Schulen und die Bundesverwaltung der Bundesländer versucht, die akuten Probleme bei der Ausgestaltung digitalen Unterrichts zu beheben. Digitalisierung beschreibt dabei die Zukunft von Gesellschaft und Wirtschaft, wie etwa im Zusammenhang mit mobilen Technologien, Social-Media, Big-Data oder Cloud-Computing-Technologien.  Mit der Einführung des „DigitalPakt Schule“ im Mai 2019 haben Schulträger eine verstärkte Verantwortung übernommen, Mittel für die notwendige digitale Infrastruktur und Ausstattung ihrer Schulen bereitzustellen. Voraussetzung dafür ist ein von den Schulen erstelltes Medienkonzept, integriert in schulinterne Curricula und Schulkonzept. Mithilfe dieser Fördergelder (6,4 Milliarden Euro)  können Schulen deren technische Ausstattung optimieren und somit neues Potenzial für eine Digitalisierung von Unterricht schaffen.

 

Smartboards, Tablets & Computer gehören dennoch nicht zum Alltag an deutschen Schulen und Smartphoneverbote ziehen die Aufmerksamkeit von Eltern, Lehrkräften und SchülerInnen auf sich. Ob Fortnite, TikTok oder Snapchat, das Smartphone ist für die jungen Generationen oft 24/7 präsent. Entspricht dieses Szenario bereits der von Bronner beschriebenen kognitiven Apokalypse? Der neue Fachbegriff heißt FOMO, also „Fear of missing out“, die Angst in den sozialen Netzwerken etwas zu verpassen. Und so zückt man gerne still und heimlich das Handy im Unterricht, um sich der Informationsflut auf Social Media hinzugeben.

 

Das Aufwachsen mit digitalen Medien ist unausweichlich, die Frage ist jedoch, was man daraus macht. Es geht vor allem darum, dass die SchülerInnen Medienkompetenz erlernen und dass wir ihnen die Vernetzung von Hardware, Software, Daten und der damit verbundenen Analyse- und Urteilsfähigkeit mit auf den Weg in ihre Zukunft geben. Der fachorientierte Einbezug von Smartphones in den Unterricht zeigt ein großes Potenzial.

 

Erst dem Unterricht folgen, danach der neusten Tanz-Challenge auf TikTok, so könnte die Devise im Klassenzimmer lauten. Es brauch vor allem digital affine Lehrkräfte an Schulen, die das Smartphone wieder vom Feind zu Freund im Unterricht werden lassen.

 

Die Universität Hildesheim und das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin haben sich in der Studie „Die Umsetzung des Digitalpakts 2022“, im Auftrag der GEW, über Veränderungen DigitalPakts ausgesprochen.  Sie fordern transparentere und unkompliziertere Abstimmungsprozesse zwischen den Verwaltungsebenen. Außerdem müssten die Mittel bedarfsgerechter an die Kommunen verteilt werden. „Die Lernbedingungen für die Schülerinnen und Schüler sind auch mit Blick auf die Digitalisierung sehr ungleich“, sagt Michael Wrase, Professor für Öffentliches Recht, der die Studie geleitet hat (Deutsches Schulportal der Robert Bosch Stiftung).

 

Es bedarf an Plattformen, die es ermöglichen schulintern, als auch schulextern zu kommunizieren, die Angebote bereitstellt und damit einen neuen Schritt nach vorn in Richtung Bildungsrevolution wagt.

 

Im Mai 2024 läuft der Digitalpakt für Schule aus und ein neuer Digitalpakt ist noch nicht in Sicht. Die Präsidentin der KMK, Katharina Günther-Wünsch, mahnte: „Wer die Digitalisierung an den Schulen ausbremst, gefährdet Chancen, verhindert die Fachkräftesicherung, beschränkt Innovationen, bremst das Wachstum aus. Und damit ist das in Gefahr, was unser Land stark macht.“

 

Bildung ist bleibt der Hoffnungsschimmer für viele SchüleInnen und wir sind mit dabei, wenn es darum geht, das deutsche Bildungssystem vom Nachholbedarf auf die Überholspur zu bringen.

Danke für deine Zeit

Teile den Blog-Beitrag mit deinen FreundInnen

Threads
LinkedIn
Facebook
X
WhatsApp
Email